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„Unserem Wald geht es besonders schlecht“
Peter Krafft zeichnet düsteres Bild hessischer Wälder

ECKARTSBORN - (asl). Einen eher düsteren Blick auf den Zustand des Waldes, insbesondere auf die Buchenbestände, warf Peter Krafft, Vorsitzender des Bezirks-verbands Büdingen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) während der Hauptversammlung, die in Eckartsborn in der Hessenstube stattfand (siehe nebenstehenden Artikel). Auch mit der Landesregierung ging er im Rückblick auf das vergangene Jahr hart ins Gericht. Gleichzeitig bedauerte Krafft das Verhalten des SDW-Landesverbands, „der abgetaucht ist und seinen Aufgaben nicht mehr nachkommt, trotzdem aber von jedem unserer Mitglieder 20 Euro kassiert“.

Das vergangene Jahr habe sich als das wärmste seit Beginn der Wetter-aufzeichnungen erwiesen. Es gab schwere Unwetter, die schwere Schäden verursacht haben, so Krafft. „Durch den frostfreien Winter hat sich das Ungeziefer ungebremst vermehren können.“ Die Folgen seien eine Mäuse-plage und ein Eschentriebsterben, verursacht durch einen Pilz. „Unserem Wald geht es ganz besonders schlecht“, sagte Krafft und hob den Zustand der Buche hervor.

Viele Bäume seien bis zu zwei Drittel weniger belaubt, als normal, das gebe Anlass zur Sorge. „Hoffnungslos ist dagegen der Waldzustand im Rhein-Main-Gebiet.“ Dort spreche die Wissenschaft von einem „forstlichen Brennpunkt Mitteleuropas“, der Wald sei regelrecht destabilisiert, ein geordneter Forstbetrieb nicht mehr möglich. „Diese Tatsachen an sich sind schlimm genug, werden aber zum Skandal, wenn man zur Kenntnis nimmt, dass diese Situation durch menschliches Fehlverhalten und grenzenlose Geschäftemacherei der Wasserversorgungsbetriebe im Ried für die Stadt Frankfurt entstanden ist“, stellte Krafft fest. Dabei handele es sich um eine Fläche von 10 000 Hektar. Aber ein Plan, wie Abhilfe geschaffen werden könne, existiere nicht. Somit gehe die Waldzerstörung nach dem Verlust von 400 Hektar Bannwald – ein Wald der umfassendsten Schutzkategorie – in Südhessen weiter.

Als „Desaster“ bezeichnete Krafft die Arbeit von Bündnis 90/die Grünen mit Priska Hinz als Umweltministerin. „Sie bedient ihre Lobby, die NABU, mit einer zweiten Zertifizierung, die nicht nur zusätzliches Geld kostet, sondern der Einstieg für Naturschutzideologen ist, die 300-jährige forstliche Nach-haltigkeit zu torpedieren und die ungeliebte multifunktionale Waldwirtschaft aufzugeben“, kritisierte Krafft.

Das geschehe auf dem Erlassweg, führe zu Stilllegungen von großen Waldflächen mit hochproduktiven Beständen, die eigentlich Kohlenstoff binden und Holzgelderlöse für die Waldpflege liefern sollen. Der Verzicht auf die Holznutzung habe zur Folge, dass vermehrt Holz aus armen Ländern importiert werden müsse und diese Länder damit oft ihrer einzigen Ressourcen verlieren.

„Unser kostbares Holz verkommt, um seltenen Tieren und Pflanzen das Überleben zu sichern. Immerhin müssen diese Lebewesen den vorherigen Wald über Jahrhunderte gut überstanden haben“, stellte Krafft sarkastisch fest. Bislang habe bei den Naturschützern Konsens darüber geherrscht, dass das Ziel der Waldbewirtschaftung auf die Gesundheit gerichtet sei. „Heute heißt das Schlagwort Totholzproduktion.
Quelle: Kreisanzeiger 21.04.2015

Jahreshauptversammlung
Bezirksverband Büdingen des SDW zieht Bilanz


ECKARTSBORN - (asl). Während der Hauptversammlung des Bezirksverbands Büdingen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) berichteten die Ortsverbände von Glauburg und Ortenberg von ihren Aktivitäten. Wegen geringer Mitgliederzahlen und Überalterung werden die meisten Vorhaben gemeinsam angegangen. Außerdem standen Vorstandswahlen für den Bezirksverband wie auch in den Ortsverbänden auf der Tagesordnung.

Der SDW-Bezirksverband Büdingen hat derzeit 111 Mitglieder, teilte Geschäftsführer Clemens Fischer mit, der nach vier Jahren Amtszeit nicht wieder zur Wahl antrat. Zu seinem Nachfolger wählten die Mitglieder Rudolf Klein.

Zum Vorsitzenden des Büdinger SDW-Bezirksverbands wurde erneut Peter Krafft gewählt und zum stellvertretenden Vorsitzenden Carsten Krätschmer. Rechner bleibt Alfred Theis. Als Beisitzer komplettieren Donald Klaput und Claudia Gerdeman, die auch die Waldjugend im Bezirksverband vertritt, den Vorstand.

Keine Veränderungen gab es in den Führungsriegen der Ortsverbände Glauburg und Ortenberg. Bei der SDW Ortenberg ist Rudolf Klein Vorsitzender, sein Stellvertreter ist Donald Klaput. Rechner ist Alfred Theis, Beisitzer sind Alexander Krampe und Eddie Maguire. Irmgard Reichert wurde wieder zur Vorsitzenden der SDW Glauburg gewählt und Norbert Frühauf zu ihrem Stellvertreter. Rechnerin bleibt Anneliese Schinzel, Beisitzer sind Claudia Gerdeman und Alfons Thorwartl.

Krafft zog in seinem Bericht Bilanz über die die Aktivitäten des Bezirksverbands. Neben Pflegemaßnahmen und dem Bau von Nisthilfen habe ein Thementag mit dem Kindergarten Lißberg auf dem Programm gestanden, außerdem Ferienspielaktionen und die Waldweihnacht. Höhepunkt dieses Jahres soll das Waldfest in Effolderbach am 27. und 28. Juni sein.

Irmgard Reichert blickte auf die Aktionen ihrer Ortsgruppe zurück, die überwiegend gemeinsam mit den Ortenberger Waldschützern und dem Bezirksverband organisiert wurden. Der Gesamtschule Konradsdorf dankte sie für die Unterstützung bei der Pflanzaktion. In diesem Jahr findet die Aktion am 27. April statt.

Claudia Gerdemann berichtete von ihrer Arbeit mit der Waldjugend, den „Glauburger Dachsen“, die sich regelmäßig freitags von 16 bis 18 Uhr im Bauwagen bei Stockheim trifft. Zehn Jungen und Mädchen sind dort engagiert dabei. Sie erfahren Wichtiges über die Bedeutung des Waldes, machen Ausflüge und nehmen an Zeltlagern teil.
Quelle: Kreisanzeiger 21.04.2015

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